PV- und Speicherausbau: Stand im Juni 2026 und Perspektiven

Der Bundesverband des Solarhandwerks e.V. (bdsh) hat eine Auswertung der aktuellen
Ausbauzahlen im Jahresvergleich 2025 – 2026 durchgeführt. Ausgehend von den aktuellen
Debatten rund um die Referentenentwürfe des EEG-2027, der geopolitischen Lage mit
Auswirkungen auf Lieferketten und Heizölpreise sowie den aktuellen Rahmenbedingungen
für PV-Anlagen im Kleinanlagen- und Gewerbesegment geht der bdsh von einigen Vorzieheffekten sowie einer Konsolidierung des PV-Ausbaus, der auf dem Niveau des Vorjahres enden wird, aus.


Stromspeicher erhöhen die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen
Eine lineare Hochrechnung des Ausbaus in den Segmenten 3-10 kWp und 10-30 kWp,
zeigt, dass der PV-Ausbau im Eigenheim dem Trend folgend auf dem Niveau von 2025
enden könnte. In Kombination mit Stromspeichern erweisen sich PV-Anlagen als besonders
effizient.
Besonders positiv hervorzuheben ist der aktuelle Speicherausbau im Kleinanlagensegment,
der 2026 über dem Vorjahresniveau liegen wird. Sichtbar wurden in der Analyse viele
Installationen von Systemen über 5 kWh, sowohl als Nachrüstung zu bestehenden
PV-Anlagen als auch in Kombination mit Balkonkraftwerken. Das geht mit einer erheblichen
Entlastung der Netze einher. Eigenheimbesitzer machen sich unabhängiger von aktuellen
Vorschlägen rund um eine Drosselung der PV-Anlagen bei Nulleinspeisung sowie der
möglichen Abschaffung der Einspeisevergütung für neue PV-Anlagen ab 2027.
Der bdsh sieht gerade im Speicherausbau eine positive Entwicklung und bewertet Speicher
als essenziell, um die Energiewende voranzutreiben. In Kombination mit dynamischen
Stromtarifen können so Anreize für Verbraucher geschaffen werden, Strom aus der
PV-Anlage im Heimspeicher zu lagern oder sogenannten „Graustrom“ – also Strom vom
Energieversorger – in günstigen Zeiten zu beziehen und zu speichern. Damit werden Netze
weiter entlastet.
Vor dieser Hinsicht sieht der bdsh eine große Notwendigkeit im weiteren Ausbau von Smart
Metern und einer fortlaufenden Digitalisierung der Netze. Kern der Umsetzung sind
regionale Handwerksbetriebe, die in ihren Regionen die Energiewende vorantreiben.

Energy Sharing – Die Brücke zum gemeinschaftlichen Strom
Der bdsh möchte in diesem Zug außerdem auf die Komplexität der aktuellen
Gesetzesreform rund um das Energy Sharing hinweisen. Nach aktuellem Stand ist das
System, anders als in Italien oder Österreich, für die breite Allgemeinheit in Deutschland
noch zu unbekannt. Energy Sharing erfordert ein Smart Meter und einen Vertrag mit einem
entsprechenden Dienstleister für die Auslesung des Stroms. Hinzu kommen Verträge für die
belieferten Abnehmer. Diese benötigen wiederum einen weiteren Vertrag mit einem
Stromanbieter, da sie nicht den kompletten Strom über einen Anbieter
(PV-Anlagenbetreiber) beziehen dürfen. Hinzu kommt die Belastung von Nutzern durch
Netzentgelte. In Österreich beispielsweise zahlen Nutzer prozentual weniger Netzentgelte,
umso näher sie sich am Erzeuger (PV-Anlage) befinden. Diese Möglichkeit gibt es in
Deutschland nicht, weshalb sich die Kosten für die Nutzung von Energy Sharing
aufsummieren. Mit Blick auf das zweite Halbjahr 2026 erwartet der bdsh moderate
Vorzieheffekte beim Umstieg auf erneuerbare Energien, sofern das EEG 2027 wie geplant in
Kraft tritt. Erfahrungsgemäß erhöht die Ankündigung regulatorischer Änderungen den
Installationsdruck im Vorfeld. Dies tritt insbesondere bei Eigenheimbesitzern auf, die noch
keine Anlage haben oder ihr bestehendes System nachrüsten wollen. Ob sich dieser Effekt
tatsächlich bestätigt, hängt maßgeblich davon ab, wie klar und frühzeitig die neuen
Rahmenbedingungen kommuniziert werden. Unklare oder kurzfristig geänderte Entwürfe
wirken erfahrungsgemäß eher hemmend als beschleunigend.

Insgesamt zeigt die Datenlage ein Bild der Konsolidierung des PV-Marktes. Der bdsh sieht
darin eine Normalisierung nach den außerordentlichen Zubaujahren 2022 bis 2024.
Entscheidend für die weitere Entwicklung wird sein, ob Politik und Regulierung den Fokus
auf einfachere Netzanschlüsse, weniger bürokratische Hürden bei der Speichernachrüstung
und ein Energy-Sharing-Modell legen.

Gern stellen wir die gesamte Analyse zur Verfügung (Mail an info@bdsh.solar).