Für ein Gelingen der Energiewende – Ein Appell des Bundesverbands des Solarhandwerks

An alle politischen Entscheider,
An das Solarhandwerk und
An die Verbraucher in Deutschland,

die wirtschaftspolitische Bilanz der Bundesregierung ist ernüchternd. Aus Sicht des Solarhandwerks war das vergangene Jahr ein schwieriges Jahr. Die Zubauzahlen zeigen unmissverständlich: Das Problem ist struktureller Natur.  Statt eines wirtschaftspolitischen Aufbruchs erleben wir Stillstand, Unsicherheit und eine Politik, die Vertrauen verspielt.

Es ist ein Paradoxon: Denn während PV so günstig wie noch nie ist, gehen die Installationszahlen zurück. Die Ursachen sind politisch gemacht. Fehlende Rahmenbedingungen, permanente Diskussionen wie über die Abschaffung der Einspeisevergütung – ohne eine feststehende Alternative – verunsichern Investoren massiv.

PV-Anlagen sind Treiber der Netzstabilität

Gleichzeitig wird der Eindruck suggeriert, Betreiber von Photovoltaikanlagen seien Mitverursacher hoher Strompreise, schwacher Stromnetze oder gar einer stagnierenden Wirtschaft. Dieses Narrativ ist falsch – und hält Verbraucher davon ab, in eine eigene Anlage zu investieren.

Bürokratielast führt zu Nachfragerückgang

Hinzu kommt eine erdrückende Bürokratie. Immer neue Regulierung, Meldepflichten und Vorgaben belasten die Betriebe massiv. Unsere Mitgliedsunternehmen sollen die Energiewende praktisch umsetzen. In der Praxis zeigt sich: Nicht Technik, nicht Handwerk und nicht Förderung treiben die Kosten, sondern Bürokratie. Solange diese Erkenntnis ignoriert wird, bleiben Investitionen aus.

Mangelnde Qualitätsrahmen erschweren die Situation

Außerdem gibt es bis heute – im Gegensatz zu anderen Gewerken – keinen Qualitätsrahmen und keine klaren Vorgaben, wer Photovoltaikanlagen installieren darf. Solaranlagen werden mitunter von Anbietern errichtet, denen Qualifikation, Erfahrung und Verantwortungsbewusstsein fehlen.

Die Folgen sind gravierend: fehlerhaft verbaute Anlagen, Insolvenzen, verlorene Anzahlungen und verunsicherte Verbraucher.
Verunsicherung ist der größte Investitionskiller. Besonders irritierend aber, dass ein wirtschaftspolitischer Kurswechsel ausbleibt. Statt mutiger Reformen erleben wir: mehr Regulierung, mehr Kontrolle, mehr staatliche Vorgaben.

Für das Handwerk ist nicht die Farbe der politischen Ideen entscheidend, sondern ihre Wirkung. Und diese ist derzeit negativ.


Wir als Solarhandwerk sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Wir stehen für Leistung, Qualität und Verlässlichkeit. Wir sind Umsetzer der Energiewende und Anwalt der Verbraucher. Aber wir erwarten eine Wirtschaftspolitik, die Leistung wieder einfordert, Bürokratie abbaut, Qualität sichert und vor allem Verlässlichkeit schafft.

Unser Appell an die Verbraucher

Die Reputation, die Erfahrung und die Verlässlichkeit des Anbieters ist entscheidend, nicht nur der Preis. Eine Photovoltaikanlage ist eine Investition für Jahrzehnte – sie verdient Qualität und Verantwortung.

2026 muss das Jahr der Umsetzung werden. Andernfalls werden wir die Ausbauziele bis 2030 nicht erreichen – und verspielen nicht nur Klimaziele, sondern auch Vertrauen, Arbeitsplätze und wirtschaftliche Chancen im eigenen Land.

Peter Knuth,
Vorsitzender des Bundesverbands des Solarhandwerks